Extrakonzert I

Sonntag, 4. Juli 2010, 11 Uhr

Harry White Trio

Pi-Chin Chien, VIOLONCELLO
Harry White, SAXOPHON
Edward Rushton, KLAVIER

13 Uhr: »GaumenFreuden« - Lukullisches in Jürgen Eders Restaurant Eichmühle

pièces pittoresques

Robert Schumann
François Borne
Edward Rushton
Emmanuel Chabrier



Fantasiestücke
Carmen Fantaisie
Harvest of Puzzlement
aus Dix pièces pittoresques (1881)

Wundervoll ist die Integrationsfähigkeit der Musik! Da hört man den ungewohnten Namen - Pi-Chin Chien zusammen mit echt schweizerischen Komponisten-Namen wie Othmar Schoeck, Fabian Müller und Paul Juon und erkennt, dass die taiwanesische Cellistin hier in der Schweiz studiert hat und auch hier auftritt – und Musik von Schweizer Komponisten auf CD produziert – das Cellokonzert von Paul Juon, dazu noch in der allerersten Einspielung, die es überhaupt gibt!

Pi-Chin Chien ist erst mit achtzehn Jahren nach Europa gekommen und hat sich rasch in verschiedenen Formationen engagiert. Zusammen mit dem amerikanischen Saxofonisten Harry White und dem englischen Pianisten und Komponisten Edward Rushton hat sie sich zum Harry White Trio formiert, das in unkonventioneller Besetzung darauf angewiesen ist, dass Musik für sie geschrieben oder arrangiert wird, denn für die Kombination von Cello, Saxofon und Klavier liegt kein Repertoire bereit.

Harry White ist im amerikanischen Süden geboren, im Staat Mississippi, hat aber dann die Gelegenheit beim Schopf gepackt, um beim berühmtesten der klassichen Saxofonisten, bei Sigurd Raschèr in New York, zu studieren. Er war dann 11 Jahre lang Mitglied des Raschèr-Saxofon-Quartetts und hat in Deutschland gelebt; seit 2002 wohnt er in der Schweiz und unterrichtet in Zürich und Luzern. Vor allem wird sein sanfter Ton gelobt – überhaupt hat er sich eher der lyrischen Seite des Saxonfons verschrieben. Das zeigt sich auch darin, dass er zusammen mit dem Pianisten und Liedbegleiter Edward Rushton Lieder von Edward Grieg für sein Instrument arrangiert hat und seinem singenden Saxofon neue Bereiche erschliesst. Ihm haben die Kritiker ins Stammbuch geschrieben, dass man bei ihm „das Instrument mit neuen, anderen Ohren hört. "...Whites Artikulationsfähigkeit, seine seidenweichen Kantilenen und seine Präzisionstechnik machen sein Spiel unverkennbar. Während der Vorträge ist er wie ein Mystiker in tiefer Kontemplation versunken.“ Im Jahr 2001 hat er sich von allen längerfristigen Engagements gelöst und betätigt sich seither als freischaffender Musiker.

Der Pianist Edward Rushton ist 1972 in Norwich geboren, hat in England und Schottland studiert, ging als Korrepetitor nach Deutschland und kam nach Zürich zu Irwin Gage, um sich intensiv mit der Liedbegleitung zu beschäftigen. Seit dem Jahr 2000 unterrichtet er genau in diesem seinem Spezialbereich. Er komponiert aber auch und hat seine Oper „Harley“ im November 2005 hier am Opernhaus uraufführen können – es war ein Auftragswerk des Opernhauses, als Folge des gewonnenen Wettbewerbs „teatro minimo“.