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Wolfgang Amadeus
Mozart |
aus «Le nozze die Figaro» |
Hüten Sie sich heute davor, an einem solch schönen Sonntagmorgen irgendeine hübsche Melodie zu pfeifen oder zu summen, die in ihrem Kopf herumschwirrt, denn André Desponds könnte sie gleich erhaschen und darüber zu improvisieren beginnen; er ist durchaus in der Lage, dies spontan zu tun – wenn er Lust dazu hat. Und Noëmi Nadelmann würde sich vielleicht noch rasch nach dem Liedtext erkundigen und sich – ebenfalls improvisatorisch – in die Klavierimprovisation „einschlaufen“. Machen Sie sich auf Überraschungen gefasst, ein Opernarien-Programm bietet den beiden manche Gelegenheit, Beziehungen zwischen den einzelnen Nummern herzustellen oder mit einem Augenaufschlag der Musikgeschichte eine Reverenz zu erweisen.
Vielleicht aber verteilen sie auch Handzettel, um die zwischen den Highlights eingestreuten Trouvaillen zu deklarieren und um Ihnen das Kopf- und Ohr-Zerbrechen zu ersparen, wenn Ihnen die Melodie zwar bekannt vorkommt, aber Sie beim besten Willen nicht darauf kommen, von wem sie wirklich ist.
Noëmi Nadelmann hat nach den Studien in den USA mit der Rolle der „Musetta“ (La
Bohème) im Teatro La Fenice in Venedig debutiert (1987), noch längst
bevor es abgebrannt ist (1996). München, Berlin, Bern und Zürich
waren ihre nächsten Stationen, dann trat sie an der Met in New York
auf, in Paris, London und Hamburg, und immer wieder in Japan – eine
glanzvolle Karriere. Und sie ist vielseitig: Neben zahlreichen Belcanto-Rollen
singt sie auch Mozart und Händel, aber auch Lieder von Zemlinsky,
dann Operettenlieder und Zarzuelas, und Songs von George Gershwin und
Cole Porter. Eine solche Bandbreite kann sie auch im Repertoire vorlegen,
wenn sie ohne Orchester auftritt.
Der Pianist André Desponds ist da ihr souveräner Partner.
Er bewährt sich nicht nur als Liedbegleiter, sondern auch als Jazz-Improvisator,
Stummfilm-Begleiter oder Theater- und Filmkomponist. Er ist mit allen
musikalischen Wassern gewaschen! Er hat das „Gershwin Piano Quartet“ gegründet,
das Ensemble, das mit vier Flügeln auftritt – das heisst richtig
verstanden mit vier Klavieren – , hat mit dem Clown Dimitri zusammen
das Theaterspektakel „L’homme orchestre“ für das
Theater Luzern auf die Beine gestellt, hat mit der Tänzerin Andrea
Herdeg „Musikalitessen“ präsentiert und unter dem Titel „Ein
Pianist namens Chopin“ ein „Tanzkonzert für ein junges
Publikum“ aufgezogen. Überraschungen sind da unvermeidlich – und
alles wird unter seinen Händen zu Musik.