Joseph Haydn (1732-1809)
Streichquartett op. 74 Nr. 3 „Reiterquartett“
Johannes Brahms (1833-1897)
Streichquintett op. 111
Tickets zu Fr. 40.-: links ins Kästchen
klicken oder bei den darunter stehenden Vorverkaufsstellen.
Abendkasse 16:15 Uhr, Türöffnung eine halbe Stunde vor Konzertbeginn.
Stillvergnügt, wie bei Heimeran und Aulich,
kann ein Streichquartett nicht einfach vor sich
hin musizieren. Heute muss es sich der Konkurrenz
stellen, wenn es Bestand haben will. Deshalb
hat sich das Amaryllis-Quartett am Borciani-Wettbewerb
in Reggio Emilia beteiligt und ist erfolgreich
daraus hervorgegangen. Allerdings: Ein erster
Preis ist nicht vergeben worden, die Finalisten
waren alle derart überzeugend, dass die
Jury es nicht wagte, ein Ensemble in den Vordergrund
zu stellen.
Der Wettbewerb wird alle drei Jahre ausgeschrieben. Der Preisträger von
2008 war das Bennewitz-Quartett aus Tschechien, das vor zwei Jahren in Rapperswil
aufgetreten ist.
In diesem Jahr also kein erster Preis, dafür
aber eine Auszeichnung für alle drei Ensembles,
die im Finale an der Spitze blieben: das Amaryllis-Quartett
aus Deutschland, das MECCORRE Quartett aus Polen
und das Quatuor Voce aus Frankreich. Und die
Schweiz ist insofern daran mitbeteiligt, als
der Cellist des Amaryllis-Quartetts aus Solothurn
kommt.
Weshalb aber der Name Amaryllis Quartett? Weil
diese wunderbare Blume ausgerechnet im Winter
grosse Trichterblüten zum Himmel hin öffnet – und
oft sind es vier Blüten, also ein Quartett.
Auf Initiative des Geigers Gustav Frielinghaus
ist es im Jahr 2000 gegründet worden und
hat nach sechs Jahren zu dieser Besetzung gefunden,
mit der es jetzt schon mehrere Wettbewerbe gewonnen
hat. Er selber hat sich mit 15 Jahren entscheiden
müssen, ob er die Oboe, das Klavier oder
die Geige zu seinem Instrument machen will – der
Entscheid war wohl richtig, denn sonst hätte
sich der Erfolg nicht derart rasch eingestellt.
Lena Wirth hat in Freiburg i. Br. und Karlsruhe
Geige studiert und ist Preisträgerin von „Jugend
musiziert“. Ihre „Sporen abverdient“ hat
sie als Konzertmeisterin von Jugendorchestern
in Australien und Kanada. Ein grosses Erlebnis
war die Teilnahme an der Lucerne Festival Academy
2005 unter Pierre Boulez. Lena Eckels hat als
8-jährige mit dem Geigenspiel begonnen,
der Wechsel zur Bratsche aber kam schon zwei
Jahre später. Auch sie war bei „Jugend
musiziert“ erfolgreich mit ersten Preisen
in der Solo- und der Kammermusikbewertung. Bevor
sie 2006 zum Amaryllis-Quartett kam, hat sie
den Brahms-Wettbewerb in Oesterreich gewonnen.
Yves Sandoz studierte in Basel und Saarbrücken,
war Stimmführer der Celli im Schweizer Jugend-Sinfonie-Orchester,
trat aber oft auch solistisch auf. Als Preisträger
im Schweizer Kammermusik-Wettbewerb war er durchaus
dafür prädestiniert, sich als Cellist
im Amaryllis-Quartett zu etablieren.
Mit von der Partie ist die Bratschistin Anna
Buschuew, die als Russin in Riga (Lettland) geboren
wurde und mit der Familie nach Deutschland kam,
so dass sie ihr Abitur in Hamburg ablegen konnte.
Das anschliessende Musikstudium – zuerst
Violine in Lübeck, dann Bratsche in Berlin – führte
sie zu Tabea Zimmermann und zu einer Praktikantinnen-Stelle
beim Deutschen Sinfonie-Orchester Berlin. 2005
bis 2007 war sie Stipendiatin der Karajan-Akademie
der Berliner Philharmoniker. Nach weiteren Stationen
mit stetig ansteigenden Anforderungen in Bamberg
und München ist sie seit August 2011 beim
Sinfonieorchester des Norddeutschen Rundfunks
in Hamburg engagiert.
Jakob Knaus |