Vorverkauf in Rapperswil:

Kreuz–Buchhandlung
am Hauptplatz 17
Tel. 055 210 94 17

oder Philipp Bachofner
Tel. 044 780 11 35

«Musik im Schloss» IV

Sonntag, 11. März 2012, 17 Uhr - Grosser Rittersaal, Schloss Rapperswil

Anna Buschuew, Viola
Amaryllis Quartett
Gustav Frielinghaus, Violine
Lena Wirth, Violine
Lena Eckels, Viola
Yves Sandoz, Violoncello

Joseph Haydn (1732-1809)
Streichquartett op. 74 Nr. 3 „Reiterquartett“

Johannes Brahms (1833-1897)
Streichquintett op. 111

Tickets zu Fr. 40.-: links ins Kästchen klicken oder bei den darunter stehenden Vorverkaufsstellen.
Abendkasse 16:15 Uhr, Türöffnung eine halbe Stunde vor Konzertbeginn.

Stillvergnügt, wie bei Heimeran und Aulich, kann ein Streichquartett nicht einfach vor sich hin musizieren. Heute muss es sich der Konkurrenz stellen, wenn es Bestand haben will. Deshalb hat sich das Amaryllis-Quartett am Borciani-Wettbewerb in Reggio Emilia beteiligt und ist erfolgreich daraus hervorgegangen. Allerdings: Ein erster Preis ist nicht vergeben worden, die Finalisten waren alle derart überzeugend, dass die Jury es nicht wagte, ein Ensemble in den Vordergrund zu stellen.
Der Wettbewerb wird alle drei Jahre ausgeschrieben. Der Preisträger von 2008 war das Bennewitz-Quartett aus Tschechien, das vor zwei Jahren in Rapperswil aufgetreten ist.

In diesem Jahr also kein erster Preis, dafür aber eine Auszeichnung für alle drei Ensembles, die im Finale an der Spitze blieben: das Amaryllis-Quartett aus Deutschland, das MECCORRE Quartett aus Polen und das Quatuor Voce aus Frankreich. Und die Schweiz ist insofern daran mitbeteiligt, als der Cellist des Amaryllis-Quartetts aus Solothurn kommt.

Weshalb aber der Name Amaryllis Quartett? Weil diese wunderbare Blume ausgerechnet im Winter grosse Trichterblüten zum Himmel hin öffnet – und oft sind es vier Blüten, also ein Quartett. Auf Initiative des Geigers Gustav Frielinghaus ist es im Jahr 2000 gegründet worden und hat nach sechs Jahren zu dieser Besetzung gefunden, mit der es jetzt schon mehrere Wettbewerbe gewonnen hat. Er selber hat sich mit 15 Jahren entscheiden müssen, ob er die Oboe, das Klavier oder die Geige zu seinem Instrument machen will – der Entscheid war wohl richtig, denn sonst hätte sich der Erfolg nicht derart rasch eingestellt.

Lena Wirth hat in Freiburg i. Br. und Karlsruhe Geige studiert und ist Preisträgerin von „Jugend musiziert“. Ihre „Sporen abverdient“ hat sie als Konzertmeisterin von Jugendorchestern in Australien und Kanada. Ein grosses Erlebnis war die Teilnahme an der Lucerne Festival Academy 2005 unter Pierre Boulez. Lena Eckels hat als 8-jährige mit dem Geigenspiel begonnen, der Wechsel zur Bratsche aber kam schon zwei Jahre später. Auch sie war bei „Jugend musiziert“ erfolgreich mit ersten Preisen in der Solo- und der Kammermusikbewertung. Bevor sie 2006 zum Amaryllis-Quartett kam, hat sie den Brahms-Wettbewerb in Oesterreich gewonnen. Yves Sandoz studierte in Basel und Saarbrücken, war Stimmführer der Celli im Schweizer Jugend-Sinfonie-Orchester, trat aber oft auch solistisch auf. Als Preisträger im Schweizer Kammermusik-Wettbewerb war er durchaus dafür prädestiniert, sich als Cellist im Amaryllis-Quartett zu etablieren.

Mit von der Partie ist die Bratschistin Anna Buschuew, die als Russin in Riga (Lettland) geboren wurde und mit der Familie nach Deutschland kam, so dass sie ihr Abitur in Hamburg ablegen konnte. Das anschliessende Musikstudium – zuerst Violine in Lübeck, dann Bratsche in Berlin – führte sie zu Tabea Zimmermann und zu einer Praktikantinnen-Stelle beim Deutschen Sinfonie-Orchester Berlin. 2005 bis 2007 war sie Stipendiatin der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker. Nach weiteren Stationen mit stetig ansteigenden Anforderungen in Bamberg und München ist sie seit August 2011 beim Sinfonieorchester des Norddeutschen Rundfunks in Hamburg engagiert.

Jakob Knaus