Vorverkauf in Rapperswil: Kreuz–Buchhandlung oder Philipp Bachofner |
«Musik im Schloss» VSonntag, 15. April 2012, 17 Uhr - Grosser Rittersaal, Schloss RapperswilReto Bieri,
Klarinette
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Carl Maria von Weber (1786-1826)
Klarinettenquintett B-Dur op. 34
Fabian Müller (*1964)
„Helvetisches Quartett“
Johannes Brahms (1833-1897)
Klarinettenquintett h-moll op. 115
Tickets zu Fr. 50.-: links ins Kästchen klicken oder
bei den darunter stehenden Vorverkaufsstellen.
Abendkasse 16:15 Uhr, Türöffnung eine halbe Stunde vor Konzertbeginn.
Auch das Carmina Quartett hat den Borciani-Preis nicht gewonnen, weil auch damals keiner vergeben wurde (vgl. den Text zum Konzert IV). Das hat dem Ensemble nicht geschadet, im Gegenteil, wie auf seiner Homepage zu lesen ist: Aus formalistischen Gründen wird der erste Preis nicht vergeben, aber die wütenden Proteste von Jury und Publikum erregen viel Aufsehen in den internationalen Medien. So bringt ein Preis, den das Carmina Quartett nicht gewinnt, einen grossen Karriereschub und zahlreiche Konzertengagements in ganz Europa.
Das war 1984 – unterdessen ist mehr als ein Vierteljahrhundert vergangen und das Carmina Quartett hat sich nicht nur europa- sondern weltweit etabliert. Dabei ist das Ensemble erst im Laufe von drei Jahren zur heutigen Besetzung gekommen: Matthias Enderle und Stephan Goerner hatten sich beim Studium in Winterthur kennengelernt und gingen dann auf getrennten Wegen in die USA. Beim Triestiner Geiger Franco Gulli an der Indiana University studierte Enderle und lernte dort Wendy Champney aus Ohio kennen. Das naheliegende Resultat: das Carmina Trio mit Matthias Enderle (Violine), Wendy Chempney (Viola) und Stephan Goerner (Cello) – das war 1982. Als zweite Geigerin wurde Karin Heeg engagiert und somit 1984 das Carmina Quartett gegründet. 1987 kommt dann Susanne Frank, die mit Matthias Enderle in der Violinklasse von Aida Piraccini-Stucki in Winterthur studierte, neu an die zweite Position – Karin Heeg hat sich aus persönlichen Gründen zurückgezogen. Und seither, also seit 24 Jahren, musiziert das Quartett in dieser Besetzung. Das Repertoire ist äusserst vielfältig – von der Vorklassik bis in die Gegenwart; auch weniger häufig gespielte Werke werden einstudiert, z.B. Quartette von Verdi, Puccini, Cherubini, Szymanowski und Respighi. Aber auch die historischen Praktiken auf Darmsaiten hat es intensiv studiert und daraus Erfahrungen zurück in die moderne Spielweise herübergenommen.
Der Name des Quartetts, „Carmina“, soll genau dies aussagen, was es anstrebt: das Liedhafte, das Gesangliche, das strömende Kantabile. Andererseits ist damit auch das rhetorische Element, die musikalische Diktion angesprochen. Daraus ergibt sich ein ständiger Wachstums- und Wandlungsprozess im Klangbild des Carmina Quartetts. Zunächst suchten die Musiker das Ideal in der Homogenität des Klanges. Mit der Zeit wurde das Nebeneinander von vier eigenständig formulierenden Stimmen mit ihrer jeweils eigenen Klanggebung immer wichtiger.
Dem Klarinettisten Reto Bieri hat es besonders der Grenzbereich zwischen der Stille und dem Entstehen von Klang angetan. „Ich bin fest davon überzeugt, dass dieser magische Bereich meinem Instrument ureigen ist. Folglich kann ich nicht einfach so schnell und laut drauflosleben.“ Er lebt recht abgelegen auf dem Lande, umgeben von Wäldern und weiten Feldern. Dort bereitet er sich „auf die Konzerte vor, welche dann eben auch in lauten und belebten Städten“ gegeben werden – ein Widerspruch, der in einem selbstgewählten Musikerleben durchaus auszuhalten ist, ja sogar komfortabel genannt werden kann. Reto Bieri ist in Zug geboren, hat in Basel und New York studiert und tritt seit seinem Erfolg am Wettbewerb der „Tribune International des Jeunes Interprètes“ ab 2001 als Solist und Kammermusiker auf.
Jakob Knaus