|
|
|
| J. S. Bach Joseph Haydn Robert Schumann |
4 fugues
from the Art of Fugue |
Wenn man die vier jungen Herren auf ihrer Homepage lachen sieht, glaubt man ihnen sofort, dass ihnen das Musizieren wirklich Spass macht und dass sie locker, aber mit grosser Neugier jeweils die neue Saison angehen. Es ist jetzt die zwölfte, nachdem sie 1998 in Suffolk im östlichen Mittelengland ihr Quartett formiert haben. Der Cellist John Myerscough und der erste Geiger Alex Redington haben sich an der „National School for Young Chamber Music Players“ kennengelernt und waren sich rasch im Klaren, dass sie ein Quartett zusammenstellen wollten. Der zweite Geiger Jonathan Stone und der Bratschist Simon Tandree kamen sofort hinzu.
Im Kalender 2010 sind es um die 70 Veranstaltungen, die sie in aller Welt zu meistern haben, das heisst reisen, reisen, reisen. Wenn sie mehr als zwei Wochen unterwegs sind, werde es doch zusehends hart. Und jetzt, da „das erste Kind ins Quartett gekommen ist“, wird das Reisen noch etwas anspruchsvoller in der Vorausplanung, wenn auch die Mutter mit dabei sein will. Die Wirtschaftskrise spüren sie nicht, „im Gegenteil, die Leute scheinen grosse Lust zu haben, ins Konzert zu gehen, wenn andere Probleme haben“. Da alle vier in London wohnen, ist die Organisation von Proben und Reisen um einiges einfacher.
Aldeburgh, woher sie kommen, veranstaltet jedes Jahr ein Musikfestival, das sich auf Klassische Musik konzentriert und das vom Komponisten Benjamin Britten vor über 50 Jahren gegründet worden war. Die Musiker sind allesamt noch zu jung, als dass sie den bedeutendsten englischen Komponisten des 20. Jahrhunderts noch hätten kennenlernen können. Dennoch ist er nicht ihr „Hauskomponist“ – sie spielen momentan das zweite von seinen drei Streichquartetten –, ihr Schwerpunkt liegt eher bei der ersten und zweiten Wiener Schule, also einerseits bei Haydn, Beethoven und Schubert, andrerseits bei Werken, die im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts komponiert worden sind.
Ihre Quartettstudien haben sie bei renommierten Ensembles absolviert, bei Mitgliedern des Alban-Berg-Quartetts, beim Artemis-, beim Hagen- und beim LaSalle-Quartett – das sind Namen, welche die neuere Interpretationsgeschichte prägen. Und noch heute, nachdem sie schon in der ganzen Welt konzertieren, kommen sie immer noch ab und zu nach Basel zu Rainer Schmidt (Hagen-Quartett), zum „Nachstudium“, das heisst zur Perfektionierung und um sich der „Fachkontrolle“ zu vergewissern.