3. Matinee

Sonntag, 29. August 2010, 11 Uhr

Ksenija Sidorova (Akkordeon)
Milos Karadaglic (Gitarre)

Carte blanche für Ksenija Sidorova und Milos Karadaglic

Sie können die lettische Akkordeonistin Ksenija Sidorova kennenlernen – wenn Sie wollen schon heute. Sie spielt eines ihrer Lieblingsstücke „Who’s the puppet?“ des kasachischen Komponisten Artem Vassiliev, und zwar in einem 5-minütigen Video auf „You-tube“ im Internet. Sie ist 22 Jahre alt, in Riga geboren und hat dort ihre musikalische Grundausbildung absolviert, unterstützt von Eltern und Grosseltern, die in der Jugendzeit musiziert hatten und anscheinend die Begeisterung in der kleinen Ksenija wecken konnten. Ihren Abschluss an der Musikschule absolvierte sie mit Akkordeon und Klavier. Schon als 17-Jährige ist sie nach London an die Royal Academy of Music gekommen und hat mit ausserordentlichen Leistungen an Wettbewerben auf sich aufmerksam gemacht. Solche Möglichkeiten nutzen die Jugendlichen in den baltischen Staaten heute sehr gerne; die Orientierung nach Westen ist so klar vorgegeben und ihre Energien sind noch unverbraucht.

Erstaunlich wie vielseitig sie sich mit ihrem bei uns im „normalen“ Konzertbetrieb noch immer etwas exotisch wirkenden Instrument in der zeitgenössischen Musik engagiert: Bei Komponisten, die für sie Stücke schreiben, mit Ensembles, die ja immer Repertoire-Fragen lösen müssen, weil es meist nicht gebräuchliche Besetzungen sind.

Mit dem 26-jährigen Montenegriner Gitarristen Milos Karadaglic hat sie sich zusammen getan, um diese Klangmöglichkeiten weiter auszukundschaften.
Milos Karadaglic aus Podgorica hat im Sommer 1998 – als 14-Jähriger – die Chance erhalten, zu seinem Gitarren-Idol nach Italien zu gehen, zu David Russell, der ihm dann nach zwei Jahren geraten hat, zur Royal Academy of Music in London zu wechseln. Ein heimlich aufgenommenes Tonband, das Karadaglic nach London schicken konnte, hat ihm die Türe dazu geöffnet. Mit harter Arbeit und der Bereitschaft, sich ein weitgespanntes Repertoire anzueignen, gewann er noch während seiner Studien die Unterstützung eines Trusts und einer Stiftung – und eine Reihe von angesehenen Preisen.

Auch ihn können sie dank Internet kennenlernen, mit dem fulminanten Finale der Gitarrensonate op. 47 von Alberto Ginastera.