Musikullus

Sonntag, 26. September 2010, 11 Uhr

Die Veranstaltung ist ausverkauft.

Züri Lieder mit
Rea Claudia Kost,
Samuel Zünd und
Daniel Fueter (am Blüthner Flügel)

Das Fest der Sinne – OhrenSchmaus und GaumenFreude.

Bundesrat Merz wäre in diesem Jahr dringend anzuraten, das „Musikullus“-Ensemble mit Samuel Zünd (Bariton) Rea Claudia Kost (Mezzosopran) und Daniel Fueter am Klavier als „Züri-Botschafter“ nach Berlin, New York, Paris, Luxembourg und Rom zu schicken, um das angeschlagene Image von Zürich, das durch die Banker derart ramponiert wurde, wieder aufzupolieren. Ihr Repertoire mit „Zürilieder“ könnte da auf recht unkomplizierte Weise – und ohne verbale Fussangeln – die versteinerten Herzen zum Beispiel an der Spree aufweichen und den Boden für das vorgesehene Doppelbesteuerungsabkommen vorbereiten:

"Mis Dach isch dä Himmel vo Züri und s’Bellevue mis Bett, woni pfuus,
und d’Schipfi mis Bänkli und d’Meise mis Schränkli
und Züri, ganz Züri mis Huus".

Die treuherzige Versöhnlichkeit, mit der eines der anstössigen Häuser vom Paradeplatz an die Schipfe versetzt wird, ist wirklich zum „Steine erweichen“. Nur mit einem solchen „Zürilieder-Programm“ kann wieder Good-will geschaffen werden. Die Deutschen sind ja zugänglich für „Schälaagerrrr“ und für „Schänulzän“, wie sie in diesen Programmen auftauchen – also, um genauer zu sein, für „Schlager“ und „Schnulzen“.

Sie können Samuel Zünd durchaus zutrauen, dass er die richtigen Lieder mit den richtigen Texten findet, in freier Gruppierung für die „Musikullus“-Veranstaltung,
aber auch mit den Sam Singers (die er gegründet hat) oder mit dem Ensemble „Swing-for-you“ – in der originalen Schreibweise „Swing4you“. Samuel Zünd ist vielseitig und bewegt sich erfolgreich in verschiedenen Stilbereichen. Bei ihm können Sie die Perlen der deutschen Lieder-Romantik abholen und noch viel mehr – sein Repertoire umfasst um die 600 Lieder von Zelter bis Andreae – aber auch die frivolen Songs der Zwischenkriegszeit; auf der andern Seite wiederum Bach-Kantaten oder Programme mit spätmittelalterlicher Musik, denn er hat sich ja auch in der Innsbrucker Hofkapelle engagiert. Auch die Moderne kommt nicht zu kurz. Was wollen Sie noch mehr!
Die Mezzosopranistin Rea Claudia Kost steht da nicht zurück – sowohl die Lucie in Weills „Dreigroschenoper“ wie die Rolle des Orfeo in Glucks Oper sind da drin, aber auch Oratorien und Lieder – auch sie agiert in den Bereichen E- und U-Musik. Sie hat in Amsterdam studiert und ist auch dort weiterhin engagiert.
Wenn man Daniel Fueter als Klavierlehrer bezeichnen würde, wäre es nicht ganz falsch, aber es würde nur einen ganz kleinen Teil seiner Tätigkeit umfassen. Er lebt ein Leben für die Musik, als Komponist von Bühnenmusiken, von Chansons und Liedern, als Ballettkorrepetitor (von 2003 bis 2009 war er gar Direktor der Musikhochschule Zürich Winterthur) – das bedeutet intensive Beschäftigung mit allen Arten von Musik, da gibt es keine Berührungsängste.

Alle drei pflegen einen äusserst unkomplizierten Umgang mit Musik, sie haben keine Hemmungen, zwischen den Stilen zu pendeln: Das „Musikullus“-Konzert trägt ja auch den Namen des römischen Feinschmeckers Lukullus in sich, der von allem das Beste herauspickte und es auch seinen Gästen offerierte.

Um den Gedanken vom Anfang wieder aufzunehmen und diesen Text auch schön abzurunden, muss das Trio unbedingt Paris ansteuern, um dem dort populär gewordenen Mani-Matter-Song „vo de Hemmige“ das Wasser rücksichtslos abzugraben, denn dieses Schweizer-Lied ist in der gegenwärtigen Situation (die noch Jahre andauern kann) völlig kontraproduktiv: „will mir Hemmige hei….“ – überhaupt keine Hemmungen haben wir gehabt, wenns um Fluchtgelder ging! Deshalb muss der „Musikullus“ mit den „Züriliedern“ auf Werbetour nach Paris geschickt werden!