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Rapperswil «Musik im Schloss» bot Kammermusik aus Klassik, Romantik und ModerneZwei Flöten,Viola, Cello und Horn im SchlossBei «Musik im Schloss» traten die Veranstalter selber als Solisten auf. Zusammen mit drei jungen Künstlern bildeten sie ein ungewöhnliches Quintett.Hansjakob BeckerBrita Ostertag und Philipp Bachofner sind nicht nur hervorragende Flötisten, sondern auch Veranstalter der Reihe «Musik im Schloss». Da liegt es nahe, dass sie eines der sieben Konzerte mit ihrer eigenen Kunst bereichern. Zusammen mit Zora Slokar, Horn, David Schneebeli, Viola, und Julien Kilchenmann, Violoncello, bildeten sie am letzten Sonntag ein Quintett, dessen Zusammensetzung erst- und einmalig war. Da es dafür keine oder nur beschränkt Literatur gibt, bleibt nichts anderes übrig, als bestehende Werke zu bearbeiten, was Philipp Bachofner für diesen Konzertabend tat. Fröhlich, spritzig musizierten die Ausführenden zu Beginn die Ouvertüre zu «Le nozze di Figaro» von Mozart. Das Werk, welches hohe Anforderungen stellte, fand eine eindrückliche Interpretation. Im Adagio für Altflöte von Anton Reicha durfte man schönes Kolorit erleben. Die Komposition selber überzeugte nicht restlos, obwohl die Ausführenden hohe Klangkultur pflegten. Im «Andante e Tema con Variazioni» von Gioacchino Rossini, gespielt im Quartett mit nur einer Flöte, hatten alle Ausführenden Gelegenheit, ihr Können, ihre Musikalität und Spielfreude einzubringen. David Schneebeli überzeugte mit warmem Klang, und Julien Kilchenmann entlockte dem Cello weiche, wohlgestaltete Melodien. Überragend spielte Zora Slokar ihr Horn. Weich, intonationssicher, hervorragend gestaltend bereicherte sie das Quintettspiel aufs Schönste. Zeitgenössische MusikDen Spazierweg des Königs René beschreibt Darius Milhaud (1892–1974) in sieben kurzen Wegetappen. Hier wie in allen Darbietungen gefiel die hohe Präzision des Zusammenspiels. Dies gilt auch für die drei «Caricatures», Ballettstücke des Algeriers Georges Barboteu (1924–2006). Diese Musik ohne die freien Figuren einer Tänzerin bleibt schal. Das Herumirren in Melodien, Harmonien und Dissonanzen stellt die Frage, was der Komponist eigentlich wollte. Bekannte Töne folgten mit sechs kurzen rumänischen Volkstänzen von Bela Bartok, einer Musik, die sich mit ihrer Qualität fest etabliert hat und sich für verschiedenste Zusammensetzungen eignet. Weil das Programm durchwegs aus kurzen Stücken bestand, liess sich trotz der verschiedenartigen Stile eine gewisse Eintönigkeit nicht vermeiden. Der slawische Tanz in g-Moll von Antonin Dvorak mit seinem furiosen Ende begeisterte das Publikum erneut, und es forderte eine Zugabe. Diesen Wunsch erfüllten die Musikerinnen und Musiker mit dem Ungarischen Tanz Nr. 5 von Johannes Brahms und überzeugten dabei erneut mit ihrem hervorragenden Spiel. Hansjakob Becker © Dienstag, 2. Dezember 2009 ZSZ Obersee |